September 2026
MusikschulTour.SH macht Station in Elmshorn
Die MusikschulTour.SH führte am 3. September auch nach Elmshorn.
Gemeinsam mit dem Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein machten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Stadt auf eine Entwicklung aufmerksam, die die Zukunft der musikalischen Bildung unmittelbar betrifft: Schon heute fehlt es an qualifizierten Musikschullehrkräften – und in den kommenden Jahren könnte sich dieser Mangel dramatisch verschärfen.
Im Mittelpunkt des Drehs in der Musikschule Elmshorn stand deshalb die bundesweite (plus Österreich) MiKADO-Musik-Studie. Sie zeigt, wie groß die bevorstehende Lücke zwischen ausscheidenden Musikschullehrkräften und qualifiziertem Nachwuchs tatsächlich ist.
Das Reel aus der Musikschule Elmshorn
Während der MusikschulTour.SH entstand in unserer Musikschule ein Reel unter Anderem zur
MiKADO-Musik-Studie. Darin kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik,
Stadt und Musikschule zu Wort und es sind weitere Stationen der MusikschulTour.SH zu sehen.
Ein Geigenkoffer reist durch Schleswig-Holstein
Vom 31. August bis zum 10. September reist die MusikschulTour.SH durch das ganze Land. Ihr sichtbares Symbol ist ein Geigenkoffer, der von Musikschule zu Musikschule weitergegeben wird. Auf seinem Weg sammelt er Botschaften, Wünsche und Forderungen für die Zukunft der musikalischen Bildung.
Unter dem Leitgedanken „Musikschulen verbinden“ macht die Tour das flächendeckende Netz der öffentlichen Musikschulen sichtbar – von der Nordsee bis zur Ostsee und von der dänischen Grenze bis zur Elbe. Zugleich richtet sie den Blick auf die Bedingungen, unter denen Musikschulen ihren Bildungsauftrag erfüllen müssen.
Mit Blick auf die Landtagswahl 2027 soll die Kampagne deutlich machen: Musikalische Bildung braucht politische Aufmerksamkeit, langfristige Verlässlichkeit und eine ausreichende finanzielle Grundlage.
qualifizierte Lehrkräfte gewinnen, angemessen beschäftigen und langfristig
halten können.
Was die MiKADO-Musik-Studie zeigt
Die Zahlen sind alarmierend: Bis zum Jahr 2035 werden voraussichtlich rund 14.700 Lehrkräfte an öffentlichen Musikschulen in den Ruhestand gehen. Dem stehen nach den aktuellen Hochrechnungen lediglich etwa 4.000 Absolventinnen und Absolventen
entsprechender musikpädagogischer Studiengänge gegenüber.
Damit könnten etwa drei Viertel der frei werdenden Stellen nicht mehr fachgerecht besetzt werden. Nach Einschätzung der Studie könnten dadurch mindestens 500.000 Schülerinnen und Schüler ihren Musikschulunterricht verlieren oder gar keinen Unterrichtsplatz mehr erhalten.
Die Ursachen liegen nicht allein in der Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Die Studie verweist unter anderem auf unzureichende Vergütung, anspruchsvolle und häufig familienunfreundliche Arbeitszeiten, unsichere Beschäftigungsperspektiven sowie eine mangelnde gesellschaftliche Wahrnehmung und Wertschätzung des Berufs.
Besonders gefährdet sind ausgerechnet jene Bereiche, die Kindern den ersten Zugang zur Musik eröffnen: die Musikalische Früherziehung, die Musikalische Grundausbildung und die Zusammenarbeit der Musikschulen mit Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen.

hörbar, worum es bei der Kampagne geht: die Zukunft lebendiger musikalischer
Bildung.
Politische Unterstützung aus Elmshorn und dem Land
Für die Stadt Elmshorn nahm der Erste Stadtrat Michael Leeske an dem Dreh teil. Die Landespolitik wurde durch Beate Raudies vertreten. Die Elmshorner SPD-Landtagsabgeordnete ist Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages und kennt die kommunalen und landespolitischen Herausforderungen der Region seit vielen Jahren.
Beide bezogen vor der Kamera Stellung zur Bedeutung qualifizierter Lehrkräfte und zu der Verantwortung der Politik, verlässliche Rahmenbedingungen für die musikalische Bildung zu schaffen.
Begleitet wurde der Dreh durch Musikschulleiter Walter Klement sowie durch Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Musikschule Elmshorn. So verband die Aktion die bundesweiten Ergebnisse der MiKADO-Musik-Studie mit der konkreten Arbeit vor Ort.

Die Herausforderung ist auch in Elmshorn spürbar
Die Musikschule Elmshorn befindet sich nach einer schwierigen Übergangsphase wieder auf einem stabilen Weg. Neue Angebote entstehen, die Nachfrage wächst und insbesondere die Kurse für jüngere Kinder stoßen auf großes Interesse.
Gerade diese positive Entwicklung zeigt aber auch, wie entscheidend qualifizierte Lehrkräfte sind. Neue Unterrichtsangebote können nur dann aufgebaut und bestehende Angebote dauerhaft gesichert werden, wenn ausreichend gut ausgebildete Musikpädagoginnen und Musikpädagogen zur Verfügung stehen.
Für die Musikschule Elmshorn bedeutet das: Wir möchten auch künftig Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einen verlässlichen Zugang zu hochwertiger musikalischer Bildung ermöglichen. Dafür braucht es neben dem Engagement der Musikschule und ihrer Lehrkräfte ebenso die Unterstützung von Stadt, Kreis und Land.
Musikalische Bildung ist eine gemeinsame Aufgabe
Musikschulen sind weit mehr als Orte des Instrumentalunterrichts. Sie eröffnen Kindern kulturelle Zugänge, fördern Kreativität und Konzentration, schaffen Gemeinschaft und ermöglichen Begegnungen über soziale und kulturelle Grenzen hinweg.
Wenn Musikschulen gestärkt werden, profitiert deshalb nicht nur der einzelne Unterricht. Es profitieren die Bildungslandschaft, das kulturelle Leben und letztlich die gesamte Gesellschaft.
Die MusikschulTour.SH bringt diese Botschaft derzeit durch ganz Schleswig-Holstein. Wir freuen uns, dass die Musikschule Elmshorn Teil dieser wichtigen Aktion sein durfte – und danken dem Landesverband, allen Mitwirkenden sowie Michael Leeske und Beate Raudies für ihre Unterstützung.
Weitere Informationen
Das in Elmshorn entstandene Reel und weitere Stationen der MusikschulTour.SH
sind auf den Social-Media-Kanälen des Landesverbandes der Musikschulen in
Schleswig-Holstein zu sehen.
